Weltpremiere auf der 40. IAA in Frankfurt

Erstmals in der Geschichte der französischen Automobilindustrie debütiert ein französisches Auto auf einem deutschen Salon! Ganz klar durchdacht von Pierre Dreyfus, der die internationale Aufmerksamkeit bereits vor dem Pariser Autosalon auf das innovative Fahrzeug lenken wollte.

Der neue Renault 4 erlebt daher seine Weltpremiere auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main und wird wie folgt im Ausstellungsheft angekündigt:







Drei Wagen aus der ersten Produktionswoche werden dort den Besucher*innen der Automobilmesse präsentiert: Seriennnummern 90, 123 und 137. Diese rollten in den ersten paar Tagen vom Produktionsband und wurden sofort für die IAA in Frankfurt am Main reserviert, wo sie schließlich am 21. September 1961 ihre Weltpremiere erleben sollten.

Ihre Mission: das Erbe des weltbekannten, seit 1947 über 3 Millionenen mal produzierten, Renault 4 CV anzutreten und Autointeressierte zum Kauf der kleinen 4-türigen Limousine mit ungewöhnlich großem Innenraum zu bewegen.



Die im Jahre 1961 gerade frisch gebackene Miss Universe, Fräulein Marlene Schmidt, wurde am Messestand von Renault engagiert, um die Präsentation des Fahrzeuges entsprechend zu unterstützen. Oben im Bild ein Ausschnitt aus den Filmaufnahmen der Messe.


Die deutsche Presse räumt dem neuen Renault R4 wenig bis keine Chancen am deutschen Markt ein und äussert sich sehr skeptisch und kritisch zum neuen Franzosen:


"Der Renault R4 aber ist ein häßlicher Wagen, sehr und unnötig häßlich, eine Schachtel. Das wäre nicht nötig gewesen".

[AMS Heft 19 / 1961 berichtet zum "Französischen Arbeitspferd"]


"Ob die unbestreitbaren Qualitäten dieses Wagens in Deutschland überzeugen werden, muss sich erst zeigen. Sein günstiger Preis aber läßt darauf schließen, dass Renault ernsthafte Absichten mit ihm hegt..." [AMS, Heft 20/1961, minimalistischer Beitrag zur IAA]]


"Wir räumen dem Modell von Renault in der Bundesrepublik keine allzu großen Chancen ein... es werden sich wohl nur hartgesottene Individualisten trauen, vom Hotelpersonal und dem Tankwart als Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden, weil sie im "R4" preiswert durch die Lande schaukeln".

(c) AMS Heft 20, 23.9.1961


Hie und da konnte man durchaus auch kleine knappe positive Aussagen von den Journalisten der deutschsprachigen Magazine und Zeitungen lesen:


"Da haben wir es also, das neue Ford Model-T von heute".

"Die Karosserie ist ein konstruktiver Leckerbissen".

"Kompromisslos gescheit gemacht!"

[AMS Heft 19 / 1961 berichtet zum "Französischen Arbeitspferd"]